Kurze Filmkritik:

image Wenn der Weltuntergang so Langweilig und Langatmig wird, dann lasst mich als ersten sterben!

Im Vergleich zu anderen Weltuntergangsfilmen wie “The day after tomorrow”, “Independence Day” (beide von Roland Emmerich) oder sogar den angegrauten “Twister”, war der Film nichts anderes als gähnend langweilig… nix neues beim Weltuntergang!

Die Immensen  Zerstörungsbilder, eines nach dem anderen, stumpfen einen in dem Überlangen Film ab. Die über 150 Minuten hätten locker 90 sein können, es hätte es niemand vermisst!

Bekannte Muster (böse Reiche gegen armes Fussvolk) heben die Sache nicht auf neue Ebenen, da helfen auch teils wahre Elemente (Erhitzung des Yellowstone Nationalparks) nicht weiter. Im Gegenteil… Wo man mit der Zeit das zermürbende Gekreische bei Titanic noch knapp aushalten konnte, wird bei 2012 (Jaaacksoooon!) das ganze exorbitant bis zum Ende ausgefahren. Hörschäden mit eingeschlossen. Milliarden Menschen finden den Tod, als gigantische Zunamis die Erde eindecken… was aber im Film völlig in den Hintergrund gerät. Emmerich konzentriert sich viel mehr auf einen Fetten Russen und ein Hündchen namens Cäsar.

Das bittere Ende ist, dass Afrika als einziger Kontinent überlebt… wenn man das zu Ende denkt, dann ist das eigentlich der schlimmste Teil der Story!

Man stelle sich vor, die Archen fahren also hoffnungsvoll Afrika entgegen und werden, kurz vor der Somalischen Küste, von Piraten auf Schnellbooten überfallen. Die Männer werden sofort allesamt erschossen, die verwöhnten Millionärskinder zu Guerilla-Kriegern umfunktioniert und die Frauen zu Tode geschändet. DAS wäre ein Film gewesen! Aber leider sehen wir davon nichts. Nein, die Story plänkelt so langsam vor sich hin, die Szene der offen stehenden Frachttür wird zu einem ewigen hin und her und ich vermisste schon lange nicht mehr so intensiv eine Zigarettenpause!

Da werden Fluganfänger zu Testpiloten, der Amerikanisch und der Italienische Präsident wollen bei ihrem Volk bleiben, wissend, dass sie es nicht überleben werden. Ich sehe Berlusconi jetzt schon! Er wäre der erste, der sich rennend verabschiedet… vielleicht würde er sich ja noch für eine Trillion EURO (wer will denn heute noch US Dollar?!) was blondes mitnehmen, so als Aperitif-Häppchen, aber bleiben und sterben… höhö… nur im Film!Verwirrte Radiokommentatoren suchen ebenso ihren Freitod (der einzig wirklich wahrzunehmende Charakter gespielt von Woody Harrelson), warum? Man weiss es nicht! Vielleicht wurde es ihnen einfach zu langweilig…

Wo man eigentlich aktuelle Themen (Erderwärmung, Radioaktive Abfälle, Schweinegrippe-Impfung und ihre unbekannten Spätfolgen) hätte heranziehen können, wurde banalst die Sonne zum Sündenbock gestempelt. Wenigstens hatte niemand ein schlechtes Gewissen, als er mit seinem Ferrari nach Hause fuhr und noch schnell bei der Impfstelle vorbei schaute… wir werden die Erde ja nicht zu Fall bringen, die Sonnenaktivitäten werden uns zuvor kommen. Gegen die Neutronenstrahlung kommen wir ja eh nicht an, also lasst uns so weitermachen wie gewohnt bis der Erdkern von Mikrowellen erwärmt wird, bis die Kontinente anfangen davon zu schwimmen.

Das alles ist natürlich Quatsch! Mikrowellen würden erst mal alles auf der Erdoberfläche rösten, bevor sie in den Kern der Erde eindringen… das weiss eigentlich jedes Kind, welches schon mal einen Hamster in den Mikrowellenherd geschoben hat. Eine mit Asche verpestete Erdatmosphäre würde nicht ein Paar dutzend Tage brauchen um sich wieder auf zu klären, das würde Jahrtausende dauern und von der daraus resultierenden Kälte (welche vermutlich den grössten Teil der Meere einfrieren liesse) ist auch weit und breit nichts zu sehen. Der Klamauk ist also einzig und allein auf gut gemachte Computerbilder abgestützt und da mag ja manch Profi am Werk gewesen sein.

Fazit: Die Bilder sind gut, die Story stört und die Dialoge sind endlos flach. Der grösste Witz war aber sicherlich die Geschichte mit dem italienischen Präsidenten!