Nach längerer Schreibabsenz, gut verbrachten Osern und Geburtstag, nehme ich mir wieder mal Zeit, meine Blog-Pflichten zu erfüllen. Dieser Beitrag ist nicht unbedingt für empfindliche Gemüter oder Vegetarier gedacht… weiterlesen auf eigene Gefahr!

Wer Südamerika ein wenig kennt, glaubt, dass es da nur Bohnen und Reis auf den Tisch gibt. Das ist wohl in den etwas fantasieloseren Haushalten so üblich, aber nicht bei uns… Inspiriert von Firlefanz, möchte ich euch eine kurze Anleitung zu einem etwas anderen Grillhänchen weitergeben. Dies ist ein ausgesprochen Männerfreundliches Rezept, welches jeder halbwegs begabte Biertrinker hinkriegen sollte!

Der begnadete Koch braucht folgende Zutaten für die Marinade:

- Rosmarin Stengel, frisch vom Markt ca. 3 Stück
- Balsamico Essig oder ähnliches 3 Esslöffel
- Honig (flüssig ist besser) 1 Esslöffel
- Knoblauch ca. 3 Zehen, verstampft
- Gemüse Buillon (Knorr Würfel) 3 Stück
- 3 El. Sojasauce
- Einen spritzer Zitronensaft
- Pfeffer
- Maizena

Man mischt nun also alle obigen Zutaten zusammen und kocht diese auf. Kein Salz verwenden, da die Buillonwürfel eh schon sehr salzig sind. Sollte nun die ganze Pampe nicht richtig dickflüssig werden, dann schmeisst einfach ein wenig Maizena rein. Damits nicht klumpt gebe ich das Maizena in einen Becher und vermenge es mit Weisswein. Im Becher gut umrühren und in die Pfanne geben. Die Sache sollte cremig werden.
Man kann dies nun ein wenig erkalten lassen.

Wir brauchen noch ein Huhn, besser Gockel, tot, ausgenommen, ohne Kopf und Füsse (ja, dass muss man in Brasilien speziell so beim Metzger bestellen)…

Huhn_zerlegt 

und grossem Hinterteil (!)…

Grosser Hintern

Man nimmt nun das Huhn und wäscht es ab. Mit Haushaltspapier trocken legen.

Die Haut des Huhns muss nun etwas gelockert aber nicht abgezogen werden. Dass kann man mit etwas Massage oder aber vorsichtig mit einem Messer machen. Bitte rumfingern… diesesmal nicht an eurem Partner sondern offiziell an wem anderem…

Die hälfte der Marinade unter die Haut geben. Geht am besten, wenn man dazu einen Löffel nimmt. Zwei Rosmarin Zweige jeweils auf einer Seite einschieben.

Soweit ist eigentlich alles normal nach Kochbuch.

Der Teil der jetzt kommt tönt wohl abartig, macht aber das ganze echt lecker. Wir schauen in den Kühlschrank und suchen, was jeder gute Koch besitzt, ein Bier und zwar in Dosenform. Diese Dose wird mit Abwaschmittel gut gereinigt. Dann die Dose öffnen und… klar, einen Schluck daraus nehmen. Aber nicht mehr als einen Schluck, den Rest brauchen wir nämlich zum kochen! Zwei knoblauchzehen (halbiert) und einen zweig Rosmarin in die Dose geben.

Wir stülpen nun das präparierte Huhn über die Dose und da es ja einen grossen Hinterteil hat, nehmen wir genau diesen. Ein perfekter Hühnerfick, sorry für den Ausdruck, aber ich find keinen besseren!

Sorry lieber Gockel, jetzt wirst du gefüllt!

Den Rest der Marinade wird nun von Hand gleichmässig auf die Haut gestrichen.

Stehend wird nun das dosengefüllte Ding auf einer feuerfesten Unterlage in den Ofen geschoben. Da wir hier nur einen Gas Ofen haben, kann ich leider keine Angaben für Elektro oder Umluft machen. Ich brauche ca. eine Stunde und fünfzehn Minuten bei rund 200 Grad.

Da steht es, noch ganz bleich!

Das Bier verdampft nun in dem Huhn und hält es so schön saftig. Der Geschmack des Bieres wird gleichmässig verteilt. Das Huhn wird rund herum schön Braun und es schmeckt einfach riesig.

Und sollte es am Schluss aussehen:

Also, Herren der Schöpfung, nehmt euren Girls mal das Kochen ab und habt eine super Zeit in der Küche. Das ganze macht einen heiden Spass und langt normalerweise für 4 Personen!

Zum Beweis, dass wir nicht unseren Schosshund Linda gefuttert haben, gibts nun noch ein Gruppenfoto…

En Guetä!