So, nach ein paar Smalltalk Beiträgen wieder mal etwas für Nerds!
Wie schon in anderen Beiträgen erwähnt, bin ich seit meinem 40zigsten Geburtstag (Danke Ivan!) mit einem Mini Netbook von Fujitsu-Simens unterwegs. Ivan war so nett und besorgte auch gleich noch ein 2GB Memory Modul (Kingston KFJ-FPC165/2G )
zum Austausch des internen 1GB Speichers, welcher halt schon ein wenig schlapp ist.
Memory Erweiterungen bei Notebooks sind so eine Sache. Erst mal werden sie meist nur in kleinen Stückzahlen hergestellt da sie normalerweise keine Standardgrössen (hier wird ein SO DIMM 200-polig eingesetzt) haben, und zweitens sind sie meist ein wenig schwerer ein zu bauen als bei den normalen PC´s.
Das alles war mir bewusst… aber dass es so schwer werden würde, das hätte ich bei einem aktuellen Notebook nicht erwartet. Leider wurde der AMILO nämlich nicht so konzipiert, dass man nur die Tastatur ausbauen muss um den Riegel rein zu stecken, nein, KundenUNfreundlich muss man hier das Ganze Gerät auseinanderschrauben um ran zu kommen!
Ich sage es ehrlich, gute Kenntnisse im Umgang mit kleinsten Teilen innerhalb eines sensiblen Gerätes muss sein… Das Motto: “Wo ein Hammer, da auch ein Weg” gilt nur, wenn man das Notebook nachher als Briefbeschwerer oder Türstopper einsetzen will! Feinmotorik muss zwingend vorhanden sein, gestörte Feinmotoriker sollten lieber etwas zahlen und sich das vom Fachmann einbauen lassen, wenn sie denn einen finden, der sich das antun will!
Also, für alle die das Abenteuer auf eigene Gefahr wagen wollen, hier die detaillierte Anleitung mit Bildern:
für Amilo Mini Ui 3520 Netbook
Erst mal sollte man sich die nötigen Arbeitsgeräte zulegen
- Hirn einschalten (auf Standby langt nicht!). Erst LESEN, dann schrauben
- Kleiner Kreutzschlitz-Schraubenzieher in Uhrmachergrösse der auch wirklich passt (ACHTUNG: Die Schrauben sind mit Sicherungsmittel eingesetzt! Also bitte kein Gewürge mit falschem Schlüssel!)
- Kleiner flacher Schraubenzieher in Uhrmachergrösse um Verbindungen zu lösen
- Saubere Umgebung, sehr gutes Licht
- Wenn möglich ein Erdungskabel für Arbeitsfläche und Hände (war bei mir hier in Brasilien nicht vorhanden, also muss man nochmals um so mehr schauen, was man anfasst)
- VIEL Zeit! VIEL Nerven! KEIN Stress! (schickt die Dame des Hauses am besten zum Kleidereinkauf oder aber zum Frisör!)
- WD40, PC-Kontaktspray (wenn alle Stricke reissen… siehe Beitrag weiter unten)
Vorbereitung:
- Gerät ausschalten, alles abstecken
- Akku raus (wenn man jetzt schon Probleme hat, bitte nochmals das Ganze überdenken!)
- Staubschutz-Abdeckung des “Express-Slot” (oder natürlich eine Express-Card, sollte noch eine drin stecken) raus. Wer jetzt nicht weiss, was der “Express-Slot” ist, sollte das Ganze nochmals… genau… überdenken!
HDD-Ausbau:
- HDD vorsichtig ausbauen (hinter Wartungsklappe auf der Geräteunterseite) dabei wird eine Schraube entfernt.
Mit einem dem kleinen flachen Schraubenzieher hier die Steckverbindung zur HDD lösen, in dem man mal links, mal rechts die schwarze Klemme nach rechts drückt, bis das Flachbandkabel entfernt werden kann.
Schrauben entfernen:
- Jetzt alle sichtbaren Schrauben in der Gehäuse-UNTERSEITE, inklusive den Schrauben die sonst vom Akku verdeckt sind (in den roten Kreisen) entfernen.
ACHTUNG: Die Schrauben sind mit Sicherungsmittel eingesetzt! Siehe am Anfang des Beitrages.
- die zwei schwarzen Schrauben SEITLICH am Gehäuse (siehe Pfeile) nicht am Geräteboden, müssen bleiben, die halten die Scharniere des Displays
Gesamthaft (ohne die Schraube für den HDD-Deckel) löst man also nun:
- 10 Schrauben im weissen Rahmen
- 2 links und rechts vom Akku (am Geräteboden)
- 3 Unterhalb vom Akku
Kabelverbindungen lösen:
Am oberen Rand der Tastatur (also in Richtung Display) sind drei kleine Schieber (jeweils oberhalb den Tasten ^/F1 und F6/F7 und F12/Num in der Tastatur versenkt).
- Einseitig beginnend vorsichtig mit dem flachen Schraubenzieher, den ersten Schieber Richtung Display schieben, auf der selben Seite die Tastatur leicht aushebeln & anheben (ich habe dabei die “ESC” Taste mit dem Fingernagel angehoben)
> weiter zum mittleren Schieber, dabei Tastatur durchgehend weiter angehoben lassen > weiter zum letzen Schieber. Dann kann die Tastatur nach oben (in der Richtung “weg vom Display”) angehoben werden.
- Die Verbindung des Flachbandkabels muss jetzt wie bei der HD gelöst werden (schwarzen Riegel zur Arretierung von der Print-Leiste in Richtung Kabel wegschieben, Flachbandkabel abziehen). Tastatur vollständig entfernen.
Folgende Stecker sieht man hier:
Rot: Tastaturstecker (Tastatur abgezogen)
Grün: Touchpad-Stecker
Blau: Lautsprecher-Stecker
Flachbandkabel zum Touchpad lösen:
Schwarze Arretierung auf dem Motherboard nach OBEN ANHEBEN (Aufklappen) und am dem beigen Stück dran lassen. Das schwarze Stück hat unterhalb sogar eine Fingernagelfreundliche Einbuchtung und somit ist das Anheben ohne KRAFTAUFWAND möglich und das schwarze Teil (die Klemme) fliegt auch nicht davon!
ACHTUNG: Dieser Stecker wird nicht geschoben, sondern nach oben geklappt!
Da der Stecker abspringen kann, bitte vor dem Fummeln erst genau betrachten und Position (Rille) merken!
Wenn man dies falsch macht (also schiebt statt klappt) kann es passieren, dass der Stecker abbricht…
…was dann beim Rückbau die Sache erschwert!
Dieser Stecker sollte sich nicht vollständig lösen. Sollte dies geschehen, dann auf keinen Fall verlieren. Trotzdem, dass bei mir auf Grund einer unklaren Beschreibung (stossen statt klappen) die seitliche Lasche abgebrochen ist, konnte ich beim Rückbau diese Klappe weiterhin verwenden.
Flachbandkabel abziehen.
Lautsprecherkabel abstecken (4-poliger Stecker).
Weitere Schrauben lösen:
Wenn nun alles abgesteckt ist, kann man 4 weitere Schrauben (rote Kreise), welche sich unterhalb der Tastatur befinden, lösen.
Gehäuse Deckel aufklappen, Zugang zum Motherboard:
Nun läßt sich das weisse Gehäuse-OBERTEIL (mit Touchpad & Lautsprechern, also wo ehemals die Tastatur drin war) ausbauen. Am Display hakelt es ein wenig, geht aber ohne weiteres Werkzeug. Ich habe dafür den Display ein wenig zugeklappt und dann den schwarzen Gehäuse-Oberteil mit den Lautsprecherboxen mittig rausgekriegt.
Hat man dies erfolgreich geschafft, sieht man nun das Motherboard von oben!
Sollte man bis dahin, ohne etwas abgebrochen oder zerstört zu haben, gekommen sein, dann besten Glückwunsch. Für alle anderen: mein Beileid… aber nicht aufgeben, schliesslich hab ich bei meinem Umbau auch die Klemme vom Touchpad abgebrochen, was sich aber hinbiegen lässt.
Wie in meiner Einführung schon geschrieben, Fujitsu-Siemens hat sich wohl für den aller dümmsten Ort entschieden, um den RAM-slot zu plazieren. Also… munter weiter!
Lösen des Ein- / Ausschalters:
Im oberen Bereich des Motherboards (nähe Display) muss das weisse Flachbandkabel zum DIP-Schalter (Ein- / Ausschalter) vom Motherboard getrennt werden, da es einseitig verklebt ist und bei den weiteren Schritten abgerissen werden kann.
Der Vorgang ist wie beim Flachbandkabel der Tastatur, man muss also mit einem flachen Schraubenzieher die schwarze klemme nach rechts schieben, bis sie aus der Halterung fällt.
Im Kreis ist der DIP-Schalter zu sehen. Am anderen Ende dieses Kabels, ist die schwarze Klemme aus dem beigen Sockel zu schieben.
Es ist ratsam, diese Klemme NICHT zu verlieren!
Schrauben vom Motherboard lösen:
Das Motherboard wir nun noch von zwei 3(! Besten Dank an Touchscreen für den Hinweis !) Schrauben gehalten.
Wenn das offene Gerät wie zum Arbeiten normal vor einem liegt, findet sich die eine Schraube ziemlich zentral, die andere auf gleicher Höhe links davon. Die dritte ist ganz links oben. Siehe die beiden roten Kreise.
Die Schraube links oben ist ein Gefummel, da sie unter den vorbeilaufenden W-LAN Antennen liegt und zusätzlich noch eine Massenverbindung mit angecrimpten “Auge” (also Metalring) hält. Bei mir ging das Lösen der Schraube ohne dass ich die Klebestreifen entfernt habe… ich kann mir aber vorstellen, dass es zum Arbeiten angenehmer ist, diese vorher zu lösen.
Die 4 Schrauben rechts unten im Motherboard (2x schwarz, 2x vernickelt) müssen NICHT gelöst werden. Diese halten lediglich die Abschirmung des Express-Slots auf der gegenüberliegenden Seite, der beim Ausbau des Boards automatisch mit entnommen wird.
Das Gerät sollte jetzt also so vor einem liegen und wir werden jetzt das Motherboard anheben…
Nun kann das Motherboard zum Ausbau ganz freigelegt werden. Das geht etwas frickelig, denn vor allem die auf dem Board montierten MIC und EARPHONE Buchsen sind in die Gehäuse-Aussparungen eingeclipst. Ebenso die VGA-Buchse.
An den entsprechenden Stellen (Klinkenbuchsen & SUB-D Stecker) ein wenig mit einem flachen, breiten Hebel (ich hab mit dem Fingernagel das Gehäuse nach aussen gedrückt) nachhelfen bis das Board frei abzuheben ist.
Nun kann das Motherboard von vorne nach hinten Richtung Display auf-/weggeklappt werden dabei lassen die verbleibenden Kabel genug Spiel.
Der mit dem 1GB versehene Sockel kann nun mit dem 2GB RAM versehen werden.
Da nun, bei aufgeklapptem Motherboard, das gesamte Gewicht gegen den Display geht, lässt man am besten das Gerät “umfallen” so, dass man die Kameralinse nun vor sich hat und der Boden des Notebooks in der Luft hängt.
Um sich zu orientieren beachte man, dass die Kameralinse am unteren Bildrand ist, das Gerät also auf dem Display liegt. So lässt sich der Riegel einfach aus- und einbauen.
Der Rückbau:
Nachdem man den 2GB gegen den 1GB Speicher ausgetauscht hat, wird das Gerät wieder in umgekehrter Reihenfolge zusammengebaut.
Da bei mir die Klemme vom Touchpad abgerissen war hatte ich nach dem Zusammenbau Probleme. Das Touchpad funktionierte nicht mehr. Ich baute also die Tastatur wieder aus und überprüfte die Kabelführung, welche eigentlich sehr gut sitzt. Nach ein wenig Probieren konnte ich sogar die Klemme nochmals einsetzen und verwenden, auch wenn sie nur noch an einer Seite im Scharnier sitzt (da ja die andere Seite abgebrochen war).
Nach ein paar erfolglosen Versuchen reinigte und besprühte ich das Flachbandkabel und den Stecker mit WD40, wobei in Europa sicherlich bessere Produkte zur Erhöhung der Leitfähigkeit vorhanden sind, und siehe da… seit Wochen funktioniert auch das Touchpad einwandfrei!
Viel Vergnügen beim Umbau und mit mehr Power für die Anwendungen!
Ob der Speicher vollständig erkannt/adressiert wird sieht man im BIOS oder unter Systemsteuerung > System.
P.s.: Dank geht an das Amilo Forum und vor allem an ShakyMUC für seine Anleitung welche ich stellenweise übernahm.







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cool freut mich das es wieder geht…..ich hab mein touchpa übrigens auch geschrotet…..aber ich konnte die hf schirmung leicht abziehen und wieder in diese leiste schieben……nur einfe frage wd40 spray ist doch meines erachtens spray zur besseren gleitfähigkeit..also schmiermittel…ich hab noch nie gehört das das leitet oder reden wir aneinander vorbei ….übrigens was ist das für en blog wordpress, s9y?
@Mäxxxens:
naja… wie gesagt, WD40 ist nicht speziell geeignet, leitet aber recht gut! Ich würde mich da in Europa aber schon beraten lassen, da es da sicher bessere Produkte gibt. Hier im Dschungel nimmt man halt, was man hat und betet
Ja, das mit der HF-Abdeckung, das ist dir am falschen Ende rausgeflutscht, wie konnte das passieren?!
Ja, der Blog ist in WP erstellt und dann entsprechend umgebaut worden.
Super Anleitung! Da ja alle Fehler schon gemacht worden sind, musste ich sie nicht noch mal machen.
Also, mit einem Satz Uhrmacherschraubendreher, Kreuz für die Schrauben, Schlitz für die Flachbandkabelklemmen und Tastaturnasen kommt man hin. Für Schwachsichtige empfiehlt sich eine Lupe, am besten beleuchtet und für feinmotorisch Unbegabte empfiehlt sich eine Pinzette. Die kleine Klappklemme vom Touchpad lässt sich prima per Fingernagel hochklappen. (Ja, Fingernägel braucht man mitunter auch!) Und, der Bug in der Anleitung ist auch aufgefallen. Du schreibst, um das Motherboard anheben zu können muss man zwei Schrauben lösen, wie bezeichnet, aber es sind drei Schrauben zu lösen. Auf dem nächsten Bild ist die Schraube nämlich gelöst. Position, linkes unteres Viertel, fast im Schnittpunkt der Schraube links oben und der Schraube rechts unten, die zu lösen sind. Beim Zusammenbau ist die Abdeckung der Flachbandhalterung des Netzschalters etwas tricky, die fliegt auch mal gerne etwas und lässt sich dann nur schwer wiederfinden. (Deswegen Pinzette, zum besseren positionieren.) Die Tastatur sollte man als Letztes einklinken, wenn man schon einen Funktionstest hinter sich hat. Erleichtert vielleicht etwas ein erneutes auseinanderbauen. Im Hochlauf, wenn der FSC-Bildschirm erscheint, einfach mal ESC betätigen, da wird das RAM durchgezählt und man sieht, ob man jenseits der 1Gig-Grenze rauskommt.
Besten Dank für den Hinweis, es sind tatsächlich 3 Schrauben! Ich habe das entsprechend in der Anleitung geändert…
Ich hoffe, dass du kein WD40 brauchst, obwohl, das Ding funktioniert immer noch wie eine 1!
Danke für die ausführliche Anleitung und die tollen Bilder dazu, Herr Namenskollege. Kam für mich (und mein Mini U35120) zwar etwas spät, da mir bereits Anfang September furchtlos selber aufgebürdet, denke aber daß das sicher viele Unsichere Zeitgenosen honorieren werden, die sich dieses Fifi-Netbook angetan haben. 8-[
Etwas anders: gibt es schon ein aktuelles BIOS- bzw. Firmware-Update für das gute Stück? Mich nervt die dauernde Lüfter-Brummerei und ich würde das vor dem geplanten Aufspielen von Mac OSX 10.6 gerne noch durchführen.
Grüße aus Bayern.
Hallo Herr Namensvetter!
Besten Dank für die netten Worte!
Also ich muss gestehen, dass mein Lüfter (ok, unter Windows XP) nicht brummt… auch im Amilo Forum habe ich keinen Hinweis gefunden, dass es da ein Problem gibt. Wie es scheint sind momentan auch keine Bios-Upgrades erhältlich…
Ich würde, bevor das Gerät den Hitzetod erleidet, den Lüfter mal checken lassen.
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