…ist in der Weihnachtszeit immer angesagt. Man spendet für die Bauern (welche literweise Milch wegschütten), den (immer noch) armen Negerli Afrikaner, für die Banken (zwar nicht freiwillig, bezahlen muss man es aber trotzdem!), für den Zoo oder Samuel Schmid. Man spendet und wird meistens betrogen. Die Gelder landen nämlich selten da, wo sie hingehören, zu denen, die es brauchen… und das wenige, das ankommt, hilft grad so selten!

Substantielle Hilfe ist nämlich nicht mir "Füttern" gleich zu setzen. Hilfe ist nicht der Sack Mehl oder der Nachschub an Munition für die (gespendete) Kalaschnikow. Das "füttert" eben immer die falschen! Warum bloss, ist eine nachhaltige Hilfe so schwierig zu realisieren?

Es liegt sicher in der Natur der Sache, wenn man falsch hilft und dabei nur verschlimmbessert. Ein schönes Beispiel sind die Tsunami-Bojen für Indonesien. Wem hier die verschwunden Bojen im Wert von je 200.000.- € geholfen haben, ist sicher nicht die leidende Bevölkerung! Ich bin mir fast sicher, dass diese Hightech Bojen inzwischen in Einzelteilen verschachert wurden und sich da jemand, der es garantiert nicht nötig hat, eine feine "Spende" ein gestrichen hat! Die Bevölkerung weiss nicht, was da gespendet wurde und es ist ihnen somit auch total egal, ob diese Dinger nun dahin kommen, wo sie hingehören, oder nicht. Fehlende Aufklärung, Überforderung und einfach vereuropäisiertes Denken machen solche Fehlschüsse möglich!

Viele grosse Hilfsorganisationen sind wirklich nahe bei den Menschen, leider bei den falschen. Sonst wären solche Pleiten nicht immer und immer wieder der Fall. Getrieben davon, wenig Gutes zu tun aber dafür fleissig darüber zu berichten und damit auch noch Werbung zu machen, werden Strukturen aufgeblasen, die viel kosten und noch weniger bringen…

Die wenigsten, die, wie ich, in einer solchen Hilfsstruktur arbeiten, haben Erfahrungen die meinesgleichen sind. Das macht mich zu einem scharfen Beobachter und einem noch schärferen Kritiker. Manchmal kann das die Nerven anderer strapazieren, aber ich kann nicht anders. Wenn bei uns in der Organisation wieder mal einfach nur um den heissen Brei geredet wird, steigt mein Puls… wenn man Planungen nicht bis zum Ende Denkt, wird mir schlecht! Wenn Basisdaten nicht kommen, könnte ich fluchen!

Die AFINK, oder wie man die Organisation in Deutschland nennt, die Arme Menschen e.V., ist klein… sehr klein und das ist gut so! Kurze Entscheidungswege sind vorhanden, unsere Spender, welche uns meist schon seit Jahren begleiten, sind unsere besten Chefs. Kritisch und trotzdem wohlwollend sind sie unsere Partner in einer wichtigen Sache, Hilfe die ankommt!

Wobei man bei diesem Leitgedanken anmerken muss, dass wir ihn schon vor Frau Merkel verwendet haben :) .

Warum machen wir einen solchen Unterschied? Nein, wir haben keine Patentlösungen und ja, auch uns gehen Projekte zwischendurch mal so richtig in die Hose.

Aber, und ich empfinde dies als fast die wichtigste Grösse, wir helfen nicht mit Geld, nicht mit jedwelchen Produkten und auch der "Know-how" Transfer ist eigentlich an kleiner Stelle, haben wir in der Organisation keine Dpl. Ing´s oder technische Profis. "Und das soll gut sein?!" Ja, das ist gut! Wir sind hier vor Ort und haben eine Struktur geschaffen, welche wirklich hilft. Wir sprechen die gleiche Sprache wie die Leute, die von uns Hilfe erhalten und schweben nicht in irgendeiner Wolke.

Wir kauften vor langer Zeit Bienen ein, welche heute gewinnbringend arbeiten. "AHA! Gewinnbringend!" jawohl, für die Züchter, die jetzt, nach mehreren Jahren ohne einen Verdienst und harter Arbeit, endlich mal Geld sehen und somit prosperieren können.

Wir helfen Wasserreservoirs zu bauen, etwas, was es hier in der trockenen Sommerzeit (welche locker mal so 9 bis 10 Monate anhalten kann) dringend benötigt wird und zwar für Mensch und Tier. Da können wir von unserer Langjährigen Erfahrung profitieren und wir wissen inzwischen, wie man es macht! Wir mobilisieren als aller erstes die Bevölkerung und machen Druck auf die lokalen Politiker… dann grabt, putzt und mauert die Gemeinde ihr eigenes Wasserdepot. Material stellen wir meistens zur Verfügung, haben diese kleinen Gemeinden nicht die Mittel dazu… also der lokale Politiker, der am Meer eine grosse Villa hat, der hätte die Mittel schon, worauf ich später nochmals zurück komme… die Bevölkerung aber, welche effektiv leidet, sind auf unsere Hilfe angewiesen. Die Koordination, das ist unsere grösste Arbeit, diese Depots hin zu kriegen.

Wir kaufen Rinder und Ziegen, kontrollieren deren Wachstum und bei einem allfälligen Nachwuchs geht die Hälfte davon in seinen eigenen Besitz über.

Wir klären auf, vor allem Frauen, über ihre Möglichkeiten der Verhütung und der Gesundheitsvorsorge, geben Englischkurse und versuchen die Jugend von den Strassen fern zu halten…

Kurz zurück zu den Politikern, die sich über Staatssubventionen einen dicken Bauch anfuttern. Das mag eigenartig tönen, dass der vom Volk gewählte Politiker sich einen ansehnlichen Reichtum ansammelt, ist aber in Brasilien (und in vielen anderen Schwellenländern) einfach Brauch und muss von uns Europäern akzeptiert werden, obwohl es schwerfallen mag.

Wichtig dabei ist, dass man nicht noch mehr (Hilfs-) Mittel in den Schlund dieser Politiker wirft und eben, dem Volk einen direkten Nutzen bringt, etwas, dass nicht geklaut werden kann, sondern der Kommune hilft.

Die brasilianische AFINK tut dies und noch mehr. In zwei Staaten haben wir schon seit bald 8 Jahren zig Helikopters umgesetzt. Kleinstspenden die kaum mehr als ein paar hundert Franken / Euro darstellen werden von uns in Propaganda für den jeweiligen Spender umgesetzt. Diese wiederum können sich im Heimatland als grosszügig geben und haben ein gutes Gefühl.

…wer sich bis hierhin durch diesen Beitrag gekämpft hat, ist entweder sehr gelangweilt oder aber höchst interessiert. Ihr Interesse dürfen Sie jederzeit gerne mit einer kleinen Spende unter Beweis stellen. >> HIER geht direkt zur "Helfen und Spenden" Seite der AFINK…. ich bedanke mich schon mal im Voraus, aber schöne Weihnachten, gibt’s erst später ;) .