So, so… ihr habt also den Titel vom letzen Beitrag falsch interpretiert und habt immer auf Fäkalien gewartet?! Siehe Beitrag “Oben EIST es, unten SCH… es!” um zu verstehen, um was es eigentlich geht.

Sorry, ich hab zwar zeitweise meine Ausrutscher aber grad von sowas zu sprechen… dass würde mir doch nie einfallen!

Nun, der Techniker kam, an diesem Montag. Es grenzt an ein Wunder, dachte ich damals, als es am Morgen schon klingelte! Ich nahm alle meine bösen Gedanken zurück und behauptete das Gegenteil, von dem, was ich am Sonntag schrieb. Es hätte auch Katzen hageln können…

Der selbige Techniker, welcher uns am Freitag letzer Woche ja schon beehrte, lief also bei uns zur Tür hinein. Aus Fleisch und Knochen! Dieser Tag, wird ein schöner Tag, dachte ich mir und mein Optimismus stieg ins unendliche… nur, da fehlte doch noch was? Ach ja, der Ersatzkühlschrank war nirgends aus zu machen, aber der war vermutlich noch auf dem Pick up, dachte ich mir.

Der liebe Mann schaute also nochmals mit fachmännischem Blick in den besagten Kühlschrank, der seit geraumer Zeit mehr Schrank als Kühl war und meinte, nach einer eingehenden Pause: “dieser Kühlschrank ist defekt!” Ähm, DA waren wir doch schon mal!!!

Die Nerven nicht verlierend, schaute ich ihn vermutlich mehr verdutzt als verwundert an und fragte, um das Eis zu brechen, nach dem Ersatzgerät. Ach, dieses hätte er nicht dabei und es würde wohl eine Woche oder so dauern, bis er eines zur Verfügung hätte.

Meine Stimmung wurde soeben von einem Tief über Brasilien etwas gedrückt. Sehr gedrückt! Meinen Einwand, dass wir etwas anderes abgemacht hätten, wurde mit einer eleganten Antwort (“wir haben momentan kein Gerät zur Verfügung und wissen auch nicht wann die Ersatzgeräte zurück kommen”) abgetan. Nun, ich frage mich, WARUM weiss der Mann nicht, wann diese Geräte zurück kommen?! Sind denn die Kühlschränke, welche repariert werden, in einem schwarzen Loch verschwunden und keiner weiss, wann sie den wieder das Licht der Erde sehen?

Fragen über Fragen aber die brennendste Frage war, was den nun aus all den Guten Sachen wird, die in unserem Gerät lagerten und so langsam bei inzwischen 15 Grad vor sich hin gamelten…  und wie lange müssten wir auf unser repariertes Gerät warten. Beschwörungen seitens des Herren im Blauen Anzug, dass er es am gleichen Tag wieder zurückbringen würde, brachten mich dazu Alternativen zu suchen.
Alles was nicht tiefgefroren war, haben wir letzen endes in einer mit Eis gefüllten Kühlbox untergebracht. Die Tiefkühlsachen wurden im Partyraum in den Getränke Tiefkühler umgeladen um das Verderben ab zu wenden. Am Wochenende würde dies ja alles wieder weg sein, es war ja nur für ein paar Stunden…

…und wirklich, 5 Stunden später kam die frohe Nachricht! Der Kühlschrank ist angekommen! Freude, Jubel und sogar Tränen flossen, als er wieder am alten Ort stand. Repariert, so versicherte man uns. Auf dem Schein, welcher zweimal zu quittieren war, stand auch ganz undeutlich: System gereinigt, Gas nachgefüllt, geprüft und als Gut befunden. Wow, das alles in winzigen 5 Stunden!

Nun, die Freude war kurz. Nach weiteren vier Stunden und noch immer leer, brachte es unser Freund Kühlschrank mal wieder nur auf schlappe 10 Grad. Das, liebe Schweizer, langt hier nicht. Ein kurzes öffnen, beladen von neuen Lebensmitteln aus dem warmen Auto oder schon nur die Reste vom Mittagessen treiben die Innentemperatur nämlich gleich wieder auf die gewohnten 15 Grad und… oben Eist es, unten Sch… Scheisse! Auch da waren wir schon mal!

Die Zeit verflog und am Dienstag Morgen, nach mehrmaligen, ungläubigen Temperaturkontrollen, folgte dann das gewohnte Prozedere. Zwischen 08:00 und 10:30 probierten wir doch glatte 15x jemanden an das Telefon zu kriegen. Die Varietät in der Leitung war: besetzt, niemand nimmt ab, das Telefonnetz bricht zusammen. Als sich dann doch noch jemand meldete, wurde uns erklärt, dass der Techniker nicht mehr zu erreichen wäre, da er schon ausgerückt ist und kein Handy besitze.

So, so. Man muss wissen, dass die Brasilianer total Handy verrückt sind. Es sind im Jahr 2005 86.21 Millionen Handys registriert worden und das auf 188 Millionen Menschen.
Rechnet man nun die 0-14 Jährigen Personen weg (25.8%) und die über 65 Jährigen (6.1%) kommt man aufgerundet auf 70 Mio mehr oder weniger arbeitende Bevölkerung. (Könnt ihr nachlesen auf CIA-World Factbook)

Wenn ich nun, liebe Mate Lehrer bitte nicht verzweifeln, richtig gerechnet habe, hat jeder Brasilianer ca. 1.23 Handys. Nur unser Techniker, der hat keins!

Manchmal wäre eine Superdosis Retalin, Valium oder sonst was wirklich starkes angesagt!

Die säuselnde Stimme am Telefon versprach uns aber, dass der Blaumann heute, Mittwoch kommen würde. Er kam auch heute. Ohne Ersatzgerät und um fest zu stellen, dass der Kühlschrank kaputt ist… den Rest, könnt ihr einfach im Beitrag unten oder hier, weiter oben, weiterlesen…

Ich ging also ganz schön an die Decke. Erklärte dem Mann auf geschliffenem Portugiesisch, dass ich soeben aus dem Spital hierher gedüst bin (Hägar war kurz da um sich eine Blutinfusion zu gönnen) um mir sein Gedünse nochmals anhören zu müssen! Ich weigere mich, das weiterhin so hin zu nehmen und er setze nun besser Himmel und Hölle in Bewegung um Morgen um 09:00 hier auf der Matte zu stehen, MIT ERSATZGERÄT!!!!
Ansonsten ich den besten Anwalt dieser Stadt dazu beauftragen würde, ihn und seine dämliche Firma in den Boden zu stampfen, aber erst nachdem ich diesen Müllhaufen von Freezer vor seiner Türe deponiert und angezündet hätte!

Meistens nützt diese Sprache hier was, meistens. Wir werden sehen, Morgen Donnerstag 09:00!

Ich geh jetzt in den Partykeller, um mir die Esswaren rauf zu holen und gewöhne mich langsam daran, dass unser lieber Freund Kühlschrank halt immer nur noch schwitzt!

Eine Lösung, wohin ich am Wochenende, sollte jetzt alles nicht klappen und der Herr Techniker flugs ins Spital müsste, mit den Lebensmitteln gehe, hab ich bis dato noch nicht. Vielleicht schick ich die Sachen einfach in die Schweiz, da ist es nämlich auf dem Balkon um einiges Kälter als 15 Grad!